Wir tauchen ab in die Tiefen des Dschungels mit Nia Archives’ neuer Platte «Emotional Junglist». In den 90er-Jahren in England aus Ragga, Dancehall und britischem Hardcore entstanden, erfreut sich das Jungle-Genre seit ein paar Jahren wieder grösserer Beliebtheit, besonders im musikalischen Untergrund. Dafür mitverantwortlich ist Nia Archives aus Manchester – und das, obwohl sie gerade einmal 26 Jahre alt ist und somit bei der Geburt des Genres noch gar nicht auf der Welt war.
Jungle-Beats setzen sich aus zerhackten Drumrhythmen, sogenannten Breakbeats, zusammen und zugegeben: Diese können eine ziemlich nervöse Wirkung haben. Aber Nia Archives schafft es, ihren Jungle-Sound sehr geschmackvoll mit R&B, Soul und Pop anzureichern und damit eine Neuinterpretation des Genres zu schaffen, die nicht nur in dunklen Underground-Clubs, sondern auch auf den grossen Festivalbühnen funktioniert. Sie schafft es damit, ein Genre catchy zu machen, das in seinen Grundsätzen eher sperrig und nischig ist. Das Wichtigste dabei ist aber, dass Nia Archives niemals vergisst, dass es oft genau diese beiden Aspekte sind, welche Jungle-Liebhaber anziehen. Zusätzlich gibt sie der Musik mit ihren durchdachten, persönlichen Lyrics und Vocals eine Komponente, die sie aus einem reinen Rave-Kontext herausreisst.
Auch wenn die Bezeichnung im Albumtitel «Emotional Junglist» enthalten ist, soll das Album nicht nur Junglists ansprechen, sondern wird im Endeffekt bei allen gut ankommen, die gerne gute Musik hören.