Gesellschaft

Er rettete über 60'000 Jüdinnen und Juden das Leben

Er rettete über 60'000 Jüdinnen und Juden das Leben

Bildquelle: Agnes Hirschi, ein Bild von Carl Lutz

Carl Lutz rettete trotz strengen Überwachungen und Regeln über 60‘000 Jüdinnen und Juden aus Ungarn das Leben. Seine Stieftochter, Agnes Hirschi, ist selbst eine Jüdin und hat den zweiten Weltkrieg als Kind miterlebt. Sie hatte eine sehr enge Beziehung zu ihrem Vater. Am Schluss seines Lebens bat Carl Lutz Agnes Hirschi, seine Geschichte zu verbreiten.

Gestern, am 23. August, war der Europäische Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus und Stalinismus. Es starben etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden während des zweiten Weltkriegs am nationalsozialistischen Regime. Aber es gab auch einige Menschen, die versucht haben, so viele Personen wie möglich zu retten. Einer davon war der Appenzeller Carl Lutz. Er war von 1942 bis 1945 Schweizer Vize-Konsul in Budapest. Er hatte dabei die Leitung der Abteilung „fremde Interessen“ bei der Schweizer Botschaft inne. Aus diesem Grund vertrat er auch unter anderem die Interessen von Grossbritannien. Damals kontrollierte Grossbritannien die Auswanderung nach Palästina. Insgesamt durfte Carl Lutz 7900 Personen legal nach Palästina auswandern lassen.

1944 marschierten die Deutschen in Ungarn ein. Der deutsche SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann war danach für die Deportation der Jüdinnen und Juden aus Ungarn zuständig. Er sah das jüdische Volk nicht mehr als Menschen, sondern als eine Einheit an, erklärt Agnes Hirschi. Sie ist die Stieftochter von Carl Lutz. Ihr Stiefvater konnte aber eine List erfinden, um doch mehr, wie 7900 Personen zu retten. Eine Einheit interpretierte er als eine Familie. So konnte er die Zahl der geretteten Jüdinnen und Juden vervielfachen.

Bildquelle: Agnes Hirschi, ein Bild von Agnes Hirschi

Agnes Hirschis Eltern waren beide jüdisch. Um Agnes Hirschi zu schützen, bat ihre Mutter Carl Lutz um Hilfe. Er fand ihre Mutter sehr sympathisch und stellte sie als Haushälterin ein. Später heirateten sie auch. Agnes Hirschi hatte eine sehr gute Beziehung zu ihrem neuen Vater. Sie war auch an seinem Sterbebett. Er war sehr frustriert, dass die Schweiz seine Rettungsaktion nicht gewürdigt hat. Aus diesem Grund bat er seine Tochter, dass seine Taten nicht vergessen werden sollten.