{"id":36706,"date":"2021-12-01T16:24:10","date_gmt":"2021-12-01T15:24:10","guid":{"rendered":"https:\/\/toxic.fm\/site\/?post_type=aktueller_beitrag&#038;p=36706"},"modified":"2021-12-01T16:51:10","modified_gmt":"2021-12-01T15:51:10","slug":"weihnachten-pandemie-familienstreit","status":"publish","type":"cpt-posts","link":"https:\/\/toxic.fm\/site\/beitraege\/weihnachten-pandemie-familienstreit\/","title":{"rendered":"Weihnachten + Pandemie = Familienstreit?"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Situation ist angespannt, die Nerven liegen blank, es fehlt nur eine Kleinigkeit und man explodiert. Das kennen wir alle. Seit der Corona-Pandemie h\u00e4ufen sich Konflikte, auch innerhalb der Familie. Wir haben mit zwei Experten gesprochen und Tipps eingeholt, wie man eine kritische Situation deeskalieren kann. <\/em><\/p>\n<p>Besonders f\u00fcr Menschen, die bereits in einer belastenden Situation sind, ist die zus\u00e4tzliche Corona-Krise eine besondere psychische Belastung. Zu Geld- und Beziehungsproblemen kommen noch die Angst vor der Krankheit, Beschr\u00e4nkung der sozialen Kontakte oder Sorgen am Arbeitsplatz dazu. Das wirkt sich auch belastend auf das Familienleben aus. \u00abSeit Ausbruch der Corona Pandemie vor 20 Monaten ist das ganze Familiensystem belastet\u00bb, sagt Lulzana Musliu, Mediensprecherin Pro juventute. \u00abAm Anfang wurde man auf die Kernfamilie zur\u00fcckgeworfen. Das hat verst\u00e4rkt zu Konflikten zuhause gef\u00fchrt.\u00bb Die Beratungen bei 147.ch zu den Themen \u00abKonflikte mit den Eltern\u00bb haben um 60% und \u00abh\u00e4usliche Gewalt\u00bb um 70% zugenommen.<\/p>\n<p><strong>Ein Konflikt bahnt sich an<\/strong><\/p>\n<p>\u00abWas wir vielfach sehen ist, dass nicht die Massnahmen an sich zu Konflikten in der Familie f\u00fchren\u00bb, sagt Lulzana Musliu. Vielmehr sei es die Belastung drumherum. Eltern sorgten sich um ihre Kinder, die sich zur\u00fcckziehen. Kinder und Jugendliche stellten h\u00e4ufiger eine Gereiztheit bei den Eltern fest. \u00abEs kann auch zu Konflikten kommen, wenn die Eltern beispielsweise keine fremden Leute zuhause haben m\u00f6chten, Kinder aber ihre sozialen Kontakte pflegen m\u00f6chten.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Wie kommt es zu Gewalt<\/strong><\/p>\n<p>Gewalt kommt selten aus dem Nichts. Meist ist es eine aufgestaute Ansammlung verschiedener Faktoren und reflektiert die eigene Ohnmacht, Verzweiflung oder Angst. Auch nicht respektierte Grenzen k\u00f6nnen in Gewalt enden. Matthias Koller, Berater und Therapeut bei KONFLIKT.GEWALT. erz\u00e4hlt: \u00abDas erleben wir in unseren Beratungen h\u00e4ufig. Klienten erz\u00e4hlen, dass sie von der Partnerin oder vom Partner bedr\u00e4ngt und an die Wand gespielt werden.\u00bb Auch zu viel Druck sei ein Faktor f\u00fcr Gewalt. Denn wo zu viel Druck ist, m\u00fcsse irgendwo ein Ventil her.<\/p>\n<p><strong>Social Distancing hilft auch gegen h\u00e4usliche Gewalt<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man sich in einem Konflikt befindet, der sich immer mehr zuspitzt, sei die beste Erste Hilfe Abstand. Sich aus der Situation rausnehmen, das Zimmer wechseln oder den Kopf bei einem Spaziergang l\u00fcften k\u00f6nne schon viel bringen. In hitzigen Diskussionen schaukle man die Emotionen nur h\u00f6her. Der Abstand helfe wieder runterzufahren, durchzuatmen und die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Matthias Koller empfiehlt: \u201eMan kann dem Gegen\u00fcber auch vorschlagen, einen Spaziergang zu machen oder mit einem guten Freund zu telefonieren.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Respektvoll streiten<\/strong><\/p>\n<p>Das heisst aber nicht, dass man nicht mehr streiten darf. Respektvoll zusammen diskutieren kann sehr konstruktiv sein. Wichtig ist aber, dass man den Respekt vor dem Gegen\u00fcber nicht verliert und die Grenzen des Anderen akzeptiert. Damit sich Situationen weniger h\u00e4ufig zuspitzen, soll man fr\u00fchzeitig \u00fcber seine \u00c4ngste und Probleme sprechen, so Matthias Koller. \u00abMan muss nicht alles selber l\u00f6sen.\u00bb<\/p>\n<p>Wenn ein Gespr\u00e4ch mit einem Freund oder Vertrauten zu wenig hilft, sollte man nicht z\u00f6gern, sich professionelle Hilfe zu holen. Auf sich selbst zu schauen sei besonders in schwierigen Zeiten wichtig. \u00abWer auf sich selbst schauen kann, kann auch gut auf sein Umfeld schauen. Selbstsorge und Fremdsorge h\u00e4ngen fest zusammen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Weihnachten als Herausforderung<\/strong><\/p>\n<p>Weihnachten ohne Familienstreit unter dem Tannenbaum? F\u00fcr viele ein Traum in weiter Ferne. Die Festtage sind intensiv. Viele Erwartungen und Bed\u00fcrfnisse stehen im Raum und wir verbringen viel Zeit mit unseren Liebsten. Dies kann auch Stress bedeuten. Um Konflikten vorzubeugen, kann ein Gespr\u00e4ch im Voraus helfen, um die Bed\u00fcrfnisse und Werte von allen herauszufinden. \u00abHier ist es auch sehr wichtig, Kinder und Jugendliche miteinzubeziehen\u00bb, r\u00e4t Lulzana Musliu. Man solle sich gegenseitig fragen, was einem wichtig sei. Man m\u00fcsse auch nicht immer alles gemeinsam machen. Manchmal brauche man auch Zeit f\u00fcr sich. Ein solches Gespr\u00e4ch f\u00fchre man am besten m\u00f6glichst offen und zu einem ruhigen Zeitpunkt.<\/p>\n<p><strong>Mit Traditionen brechen<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht es auch Matthias Koller. \u00abWeihnachten muss nicht immer gleich ablaufen. Wir sind eh alle schon seit eineinhalb Jahren im \u00dcberforderungsmodus mit Corona.\u00bb Umso mehr solle man schauen, zu was man \u00fcberhabt Lust habe und wo man Erholungsphasen brauche. \u00abGewisse Kontakte pflegen ist sch\u00f6n, man soll sich aber nicht selbst \u00fcberfordern. Das Ziel ist es, eine gute Zeit zu haben.\u00bb Man solle auch sagen, wenn einem etwas zu viel ist. Und auf der Gegenseite sei es auch wichtig, dies bei anderen zu respektieren. \u00abEs braucht viel Respekt und Toleranz im Moment.\u00bb<\/p>\n<h5>Sara Zollinger, 01.12.2021<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Falls du selbst Hilfe oder jemanden zum Reden brauchst, diese zwei Stellen sind auch \u00fcber Weihnachten und Neujahr f\u00fcr dich da:<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr Eltern und Bezugspersonen<\/strong><\/p>\n<p>Tel <a href=\"tel:0582616161\">058 261 61 61<\/a><\/p>\n<p><a href=\"mailto:elternberatung@projuventute.ch\">E-Mail<\/a>: elternberatung@projuventute.ch<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr Kinder und Jugendliche<\/strong><\/p>\n<p>Tel <a href=\"tel:1-47\">147<\/a><\/p>\n<p>SMS <a href=\"tel:1-47\">147<\/a><\/p>\n<p><a href=\"mailto:beratung@147.ch\">E-Mail<\/a>: beratung@147.ch<\/p>\n<p>Beide sind 24\/7 an 365 Tagen im Jahr erreichbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hilfe und Informationen findet ihr auch bei:<\/p>\n<p>KONFLIKT. GEWALT.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.konflikt-gewalt.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.konflikt-gewalt.ch<\/a><\/p>\n<p><a href=\"tel:+41787787780\">078 778 77 80<\/a><\/p>\n<p><a href=\"mailto:kontakt@konflikt-gewalt.ch\">kontakt@konflikt-gewalt.ch<\/a><\/p>\n","protected":false},"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-36706","cpt-posts","type-cpt-posts","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","cpt-posts-category-news"],"acf":[],"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/toxic.fm\/site\/wp-json\/wp\/v2\/cpt-posts\/36706","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/toxic.fm\/site\/wp-json\/wp\/v2\/cpt-posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/toxic.fm\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/cpt-posts"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/toxic.fm\/site\/wp-json\/wp\/v2\/cpt-posts\/36706\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/toxic.fm\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36708"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/toxic.fm\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36706"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}