{"id":22756,"date":"2019-09-13T17:34:06","date_gmt":"2019-09-13T15:34:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.toxic.fm\/site\/?post_type=aktueller_beitrag&#038;p=22756"},"modified":"2019-09-13T17:43:07","modified_gmt":"2019-09-13T15:43:07","slug":"man-muss-den-fluechtlingen-nur-eine-arbeit-geben","status":"publish","type":"cpt-posts","link":"https:\/\/toxic.fm\/site\/beitraege\/man-muss-den-fluechtlingen-nur-eine-arbeit-geben\/","title":{"rendered":"\u00abMan muss den Fl\u00fcchtlingen nur eine Arbeit geben\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><em>Bereits zum 22. Mal verleiht der \u00abBeobachter\u00bb den Prix Courage. Einer der Nominierten ist der Thurgauer und Landwirt Markus Ramser. Er bietet den eritreischen Fl\u00fcchtlingen eine Arbeit auf seinem Hof.<\/em><\/p>\n<p>Der 68-j\u00e4hrige Markus Ramser ist einer der f\u00fcnf Nominierten f\u00fcr den \u00abBeobachter Prix Courage\u00bb. Dem Gewinner winken 15 000 Franken Preisgeld. \u00abDar\u00fcber mache ich mir noch gar keine Gedanken\u00bb, sagt Ramser zum m\u00f6glichen Gewinn. Dem Landwirt aus Illhart TG ist die Sache der Integration der eritreischen Fl\u00fcchtlingen wichtiger. Daf\u00fcr setzt er sich seit fast zwei Jahren ein. Er war auch \u00fcberrascht, als sich der Beobachter bei ihm meldete, um ihn als Kandidaten vorzuschlagen. \u00abIch gewichte meine Initiative nicht so hoch und sehe alles eher gelassen, aber es ist eine sehr, sehr grosse Ehre\u00bb, freut sich Ramser \u00fcber die Nomination. Die Redaktion des Beobachters wurde auf den Landwirt durch ein Dokumentations-Film \u00fcber sein Engagement vom SRF aufmerksam.<\/p>\n<p><strong>Den Steuerzahler entlasten<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr ein Integrationsprojekt suchte der Bund und Bauerverband Teilnehmer. \u00abIch habe bereits Lernende ausgebildet, daher liegt es mir, mein Wissen weiter zu geben\u00bb, sagt Ramser. Ausserdem m\u00f6chte der Landwirt, dass seine Sch\u00fctzlinge schnell auf eigenen Beinen stehen und nicht mehr auf der Tasche des Steuerzahlers liegen. \u00abDaf\u00fcr braucht es nicht viel, man muss ihnen nur eine Arbeit geben, denn der Wille ihrerseits ist da. Dass sie nicht wollen, stimmt nicht und ist hier fehl am Platz\u00bb, sagt Ramser etwas ver\u00e4rgert \u00fcber die Einstellung mancher Leute.<\/p>\n<p><strong>Freude an der Arbeit<\/strong><\/p>\n<p>Der Wille zeigt sich in der t\u00e4glichen Arbeit: \u00abSie reissen einem fasst die Arbeit aus den H\u00e4nden\u00bb, erz\u00e4hlt er. Die Einf\u00fchrung an die Maschinen war nebst der Sprachbarriere die gr\u00f6sste Herausforderung, aber sei auch das Wichtigste um Sch\u00e4den an Mensch und Maschine zu vermeiden. Die Eritreer h\u00e4tten auch Freude an der Arbeit, so Ramser: \u00abDeshalb ist es schade, dass sie immer wieder an den Rand der Gesellschaft gedr\u00fcckt werden.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Sture Gemeinde<\/strong><\/p>\n<p>Es war bei weitem nicht alles so einfach wie es klingt \u2013 denn die Gemeinde legte Steine in den Weg. \u00abEs war ein grosser Papierkrieg und es dauerte eine Weile bis die Gemeinde den Knopf \u00f6ffnete\u00bb, \u00e4rgert er sich immer noch \u00fcber das System. Von seinem Umfeld erhielt er nicht viele Reaktionen, aber heftige. Wie ein anonymer Brief, in dem stand, dass die Asylanten die Ramsers umbringen w\u00fcrden. \u00abSolche Kommentare nehme ich schon gar nicht ernst und machen mir keine Angst\u00bb, erl\u00e4utert der 68-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p><strong>Sprachen gelernt<\/strong><\/p>\n<p>Seine Sch\u00fctzlinge kamen mit vielen Anliegen zu ihm. Beispielsweise mit s\u00e4mtlichen Papieren vom Migrationsamt. \u00abDie deutsche Sprache war dabei das gr\u00f6sste Problem. Sie kamen auch mit einem sehr gebrochenen Deutsch zu mir\u00bb, sagt Ramser zu den Anf\u00e4ngen. Er hat sich sogar ein deutsch-tigrinisches W\u00f6rterbuch besorgt, wenn er mit H\u00e4nden und F\u00fcssen bei einer Erkl\u00e4rung auch nicht weiterkommt. \u00abMittlerweile kenne ich auch ein paar wenige W\u00f6rter ihrer Sprache\u00bb, sagt der Landwirt etwas am\u00fcsiert.<\/p>\n<p><strong>Das Publikum ist gefragt<\/strong><\/p>\n<p>Wer den Preis erh\u00e4lt, entscheiden je zur H\u00e4lfte das Publikum und die Jury, die unter der Leitung der Aargauer Alt-Regierungsr\u00e4tin Susanne Hochuli steht. Die Preistr\u00e4ger werden am 1. November in feierlichem Rahmen in Z\u00fcrich geehrt.<\/p>\n<p><em>Andrea Vieira<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.beobachter.ch\/prix-courage\/prix-courage-2019-kandidat-6-markus-ramser\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zum Voting<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=jkNV4kqrCFE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zum Dok.Film<\/a><\/p>\n","protected":false},"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-22756","cpt-posts","type-cpt-posts","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","cpt-posts-category-news"],"acf":[],"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/toxic.fm\/site\/wp-json\/wp\/v2\/cpt-posts\/22756","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/toxic.fm\/site\/wp-json\/wp\/v2\/cpt-posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/toxic.fm\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/cpt-posts"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/toxic.fm\/site\/wp-json\/wp\/v2\/cpt-posts\/22756\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/toxic.fm\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22757"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/toxic.fm\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22756"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}