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Demokratisiertes Wissen seit einem Vierteljahrhundert

Bildquelle: commons.wikimedia.org

Vor 25 Jahren ging die Internet-Enzyklopädie Wikipedia online. Ganz im Sinn der Gründer füttern auch heute hunderttausende Freiwillige die Wissensdatenbank weiter. Trotz der breiten Basis von Nutzenden sind nicht alle Personengruppen gleich vertreten.

Der 15. Januar 2001 gilt als Geburtstag des bisher grössten gemeinschaftlichen Internet-Projekts: Wikipedia ging online. Bis Ende 2001 gab es Wikipedia bereits in 18 Sprachen, heute sind es mehr als 66 Millionen Artikel in über 300 Sprachen. Das Prinzip ist simpel: Jede und jeder kann mitmachen, Artikel veröffentlichen und bearbeiten. Wikipedia ist Sinnbild für die Demokratisierung von Wissen.

Rückgrat der Online-Enzyklopädie sind die weltweit rund 280‘000 Freiwilligen, die sogenannten Wikipedianer. Sie stellen die Qualität der Artikel sicher, indem sie selbst neue Inhalte erstellen, bestehende überarbeiten und prüfen. Getragen wird Wikipedia von der Wikimedia Foundation. Der gemeinnützige Trägerverein kümmert sich um die Mittelbeschaffung und unterstützt finanziell.

Drei überraschende Wikipedia-Fakten

Fun project: Entstanden ist Wikipedia gewissermassen zum Spass. Die Gründer Jimmy Wales und Larry Sanger betrieben die englischsprachige Internet-Enzyklopädie Nupedia. Sie versuchten sich mit Wiki-Seiten, wo Nutzende Inhalte nicht nur lesen, sondern auch verändern konnten. Zur Überraschung der Gründer entwickelte sich das Wiki zu Nupedia, Wikimedia so schnell, dass sie die eigentliche Enzyklopädie verdrängte.

It’s a men’s world: Lediglich rund 17 % der Wikipedianer in der deutschsprachigen Wikipedia sind Frauen. Auch bei den Inhalten sind Frauen stark untervertreten: Nur 18 % aller auf Wikipedia veröffentlichten Biografien handeln von Frauen. Die Initiative «Frauen für Wikipedia» möchte das ändern. Bei Schreibmarathons, sogenannten Edit-a-thons, verfassen die Teilnehmenden Wikipedia-Einträge über Frauen.

«Hello, World!»: Der erste Wikipedia-Artikel war ein Testartikel des Gründers Jimmy Wales, in dem er die Community begrüsste. Welches Thema im letzten Wikipedia-Artikel behandelt werden sollte, darüber kann man abstimmen im sogenannten Last topic pool. Nutzer:innen auf der ganzen Welt können auf dieser Seite ihre Themenvorschläge einbringen.

Zum 25-Jahr-Jubiläum muss sich die Enzyklopädie in erster Linie gegen KI behaupten, wenn sie ihren nächsten runden Geburtstag erleben will. Wir reichen den toxic.fm-Artikel schon mal als «Last topic» ein 😉

Ladina Caprez, 15.01.2026