Quelle: Jaro.p, CC BY-SA 3.0

WG-Zimmer in St.Gallen gesucht!

Die Anzahl der leeren Wohnungen in der Schweiz ist das erste Mal seit 12 Jahren rückläufig. Laut Bundesamt für Statistik gibt es den grössten Rückgang in der Grossregion Ostschweiz. Trotzdem ist es für Zimmer-Suchende relativ einfach, in St.Gallen ein neues Zuhause zu finden.

Das Bundesamt für Statistik verzeichnet 2021 über 70’00 Leerwohnungen in der Schweiz.  Im Vergleich zum Vorjahr sind knapp 7’500 weniger Wohnungen nicht bewohnt. Mit einem Leerwohnungsbestand von 2,41% gehört der Kanton St.Gallen zu den Spitzenreitern.

St.Galler Studierende finden rasch eine WG

Frederic Michaelsen war überrascht, wie einfach es war ein WG-Zimmer in St.Gallen zu finden. Innerhalb von 10 Tagen hat der HSG-Student sein erstes Angebot für ein Zimmer zu ergattert. Auch in seinem Umfeld hat die  Suche nach einem passenden WG-Zimmer kein Kopfzerbrechen bereitet. „Die grosse Mehrheit ist relativ schnell fündig geworden und am Ende haben auch alle was gefunden“. Seiner Meinung nach gehen die meisten Zimmer über Uni-Facebook-Gruppen weg. Seine Erfahrung bezieht sich nicht nur auf St.Gallen. Frederic hat  schon sein sechstes WG-Zimmer gefunden. Auch im europäischen Vergleich sei es deutlich einfacher, hier eine Wohnung zu finden.

Viel Small Talk

Die Vergabe eines WG-Zimmers gestaltet sich um einiges schwieriger.  Jule Schäfer und ihre zwei Mitbewohner haben sich mit der Suche nach dem neuen Mitbewohner Zeit gelassen. Vom Ausschreiben des Zimmers bis zum definitiven Entscheid sind zwei Monate vergangen. Das Zimmer haben sie auf drei verschiedenen Plattformen inseriert. Danach wurden die Mails, welche immer dieselben Sprüche beinhalteten, akribisch kontrolliert. Eingeladen wurden sechs Kandidaten. Wichtig für die WG war das Alter, Berufstätigkeiten und die Kreativität der Mails. Beim Interview vor Ort gab es keinen fixen Fragekatalog. Die WG hat mit den Anwärtern einfach geplaudert. Nach sechs Small Talks, haben sie sich nach langer Suche, für einen angehenden Kommunikationsstudenten entschieden. Auf die Frage, wieso sie sich für ihn entschieden haben, meint sie lachend: “Er war uns am sympathischsten.“

Sandro Oertli, 14.09.2021