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Quelle: Ronja Zeller, toxic.fm

Was tun, wenn etwas passiert?

Bei einem Unfall können Sekunden über das Leben des Patienten entscheiden. Nur selten sind in diesem Moment Profis vor Ort. Umso wichtiger ist deshalb der Einsatz von Laienhelfern. Eine Studie des Schweizerischen roten Kreuzes (SRK) und der Helsana zeigt, dass sich die Hälfte der Schweizer:innen nicht in der Lage fühlt, Erste Hilfe zu leisten. 

«Man kann keine Fehler machen», beteuert die Präsidentin des Samaritervereins St. Gallen Ursula Forrer. «Der einzige Fehler ist es, nichts zu tun.» Bereits den Notruf zu wählen und vor Ort um Hilfe rufen kann Leben retten.  

Vorgehen nach «Ampelschema» 

Das Wichtigste ist es, in der Aufregung die eigene Sicherheit nicht zu gefährden. In den Ersthelferkursen des Samaritervereins und des SRK wird deshalb speziell das «Ampelschema» geschult. Dies funktioniert ähnlich wie im Strassenverkehr. Es beginnt bei Rot, wobei sich die Laienhelfer:innen einen Überblick über die Situation verschaffen. Gelb bedeutet, die Gefahren für den Patienten und sich selbst zu analysieren und auszuschliessen. Dies kann zum Beispiel der laufende Strassenverkehr oder defekte Stromkabel sein. Bei Grün wird gehandelt, alarmiert und wenn möglich erste Hilfe geleistet. Die Notrufzentrale begleitet die Laien via Telefon, bis die Rettungshelfer eintreffen.

 

Wann beginne ich die Herzdruckmassage 

Eine bewusstlose Person sollte in die stabile Seitenlage gebracht und zugedeckt werden. Anschliessend regelmässig kontrollieren, ob sie noch atmet. Bleibt die Atmung aus, gilt die Person als leblos. In diesem Moment kommen die Wiederbelebungsmassnahmen zum Einsatz. Auch dabei ist nur «Nichtstun» ein Fehler. Sind mehrere Helfer:innen, vor Ort sollte eine Person losgeschickt werden, um einen Defibrillator aufzusuchen. Die Webseite «defikarte.ch» zeigt an, wo sich diese in der Nähe befinden. Ist der Defibrillator dann eingeschaltet, gibt dieser Anweisungen und misst selbst, ob Stromstösse erforderlich sind. 

Technik sei Dank 

Hilfe zu leisten überfordert die meisten Laien, weshalb das SRK eine App entwickelt hat, die die Ersthelfer:innen im Notfall unterstützen kann. Darin werden die einzelnen Schritte zu verschiedenen Szenarien beschrieben und leiten die Helfer:innen mit Tipps und Tricks durch die Erste Hilfe.  

Erste Hilfe kann geübt werden 

Wer sich dennoch unsicher fühlt, kann den Ersthelferkurs des Samaritervereins besuchen. Dabei werden die Sofortmassnahmen besprochen und anhand von Fallbeispielen geübt. Weitere Informationen zum Samariterverband St. Gallen findet ihr hier 

SRK App für iPhone und Android