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Quelle: Olma Halle - Reena Krishnaraja, toxic.fm

Ohne Maske durch die OLMA-Hallen

Wir sind mitten in den OLMA-Tagen. Da die Kulttage letztes Jahr aufgrund der Pandemie abgesagt wurden, geniessen die Besucher:innen die Messe unter dem Motto: «Endlich wieder Olma» in vollen Zügen. Dank den 3 Gs spazieren die Besucher:innen ohne Maske durch die Hallen. Alles scheint so wie immer. Aber was heisst das?

Verschiedenste Leute stehen in Warteschlangen vor dem verregneten Haupteingang der OLMA. Diese Herbstkälte gehört zu der eher ungemütlichen Sorte. Umso wärmender ist die Vorstellung, bald in die heisse Bratwurst zu beissen. Bevor es aber dazu kommt, muss der eine oder andere Wartende noch in der Tasche herumkramen, denn: Für denn Eintritt braucht man Zertifikat und Ausweis. Mit einem Nicken und «Viel Spass a dä Olma!» schickt die Securitas die Besucher:innen zur Tickethütte. Mit der Eintrittskarte in der Hand machen die Gäste die ersten Schritte auf das Messe-Gelände und schon kitzelt der Geruch von gebrannten Mandeln in der Nase. Jung und Alt probieren sich von Stand zu Stand, von Halle zu Halle. Kinder hüpfen auf der Swissmilk Hüpfburg, während die Eltern sich über die neueste Nespresso Maschine informieren. Eine Studentengruppe kämpft sich durch den Update-Fitness-Parkour und ein Seniorenpaar degustiert den aktuellen Weinklassiker aus dem Wallis. Händler:innen aus dem ganzen Land sind zusammen gekommen. Käse aus dem Emmental, Liköre aus dem Tessin und Biere aus St.Gallen. Jede Aussteller:in probiert so viele Besucher:innen wie möglich anzulocken. Der eine Aussteller mit Glücksrad, die andere mit Quiz auf dem Tablett. Alle sind mit Werbegeschenken und Probierhäppchen bereit für Kundschaft.

Quelle: Olma-Halle – Reena Krishnaraja, toxic.fm

«Auf all dies musste man», wie der Moderator des Säulirennen sagt, «718 Tage warten!» Die OLMA, welche in jeder St.Galler Agenda rot eingeschrieben ist, ist ein unverzichtbares Event. Umso härter war deshalb die Absage der OLMA 2020. Auch dieses Jahr war lange Ungewissheit um die heissgeliebte Messe. Mit verkleinertem Herbstjahrmarkt und 3G-Regel ist sie nun in vollem Gange. Die Stimmung an der Messe selbst ist gelassen. Die Verkäuferin des Fleischstands «Rubli Marthaler» freut sich, wieder Messebesucher begrüssen zu dürfen und behauptet, hier drin spüre man nichts von Corona. Es ist seltsam, hunderte von Menschen in einem Raum, allesamt ohne Maske, zu sehen. Seltsam auf eine positive Art, man freut sich. «Es ist schön, die Leute wieder zu sehen. Klar gibt es Einschränkungen, aber Hauptsache ist, dass man wieder an die OLMA darf», meint ein älterer Herr mit einem Lächeln.

Man merkt an der Messe selbst kaum etwas von Corona, doch kleinere Aussteller:innen haben dazu eine andere Meinung. «Corona merkt man schon», ist die Behauptung von kleineren und unbekannteren Ständen. Trotz allem ist man froh, dass sie jetzt stattfindet, denn für viele ist die OLMA wichtiger als es scheint. Viele Aussteller:innen haben keinen Verkauf-Standort. Ihre Produkte werden beispielsweise nur im Onlineshop angeboten. Somit sind Ausstellungs-Messen, wie die OLMA, essentiell für solche Geschäfte.

Quelle: Olma-Halle – Reena Krishnaraja, toxic.fm

Jede Halle ist aber gut gefüllt. Auch in den Degustier-Hallen vier und fünf sind schon früh Besucher:innen zu erspähen. Diese Hallen erscheinen mitten am Tag zwar leer, der aufmerksame Besucher:innen sieht aber die Spuren vom stimmungsvollen Abend zuvor. Mit vollen Taschen und noch vollerem Bauch machen sich die Gruppen, Familien und Paare zufrieden auf den Heimweg. Noch einen letzten Blick zurück und mit dem Einsetzen des neuen Stücks der Guggenmusik verlassen sie das OLMA-Areal.

Reena Krishnaraja, 12.10.2021