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Bergbahnen prüfen Zertifikatspflicht

Nach der Aussage von Lukas Engelberger vom 12.09. klingeln bei den Skigebieten die Alarmglocken. Der oberste Gesundheitsdirektor fordert eine Zertifikatspflicht für Skigebiete. Für St.Galler Skigebiete würde dies einen enormen Mehraufwand bedeuten.

Die Badesaison ist zu Ende, der Winter steht vor der Türe. Nun stellt sich die Frage, welche Konsequenzen hat die Pandemie auf das Skifahren. Im Interview mit der Sonntagszeitung erklärt der Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK). «Ski fahren ist freiwillig und zum Vergnügen. Da ist eine Zertifikatspflicht zu rechtfertigen».  Für Mario Bislin, CEO der Bergbahnen Flumserberg, ist diese Aussage ein Schnellschuss. Sie führe zu einer Entrüstung innerhalb der Bevölkerung. Er wünsche sich mehr Gelassenheit seitens der GDK.

Skigebiete nicht erfreut

Für Jürg Schustereit, Marketing Leiter der Wildhaus Bergbahnen, ist klar dass eine Zertifikatspflicht völlig unverhältnismässig sei. «Das letzte Jahr hat gezeigt, dass die Skigebiete kein Hotspot für Corona-Infektionen sind. Es funktioniert auch ohne Zertifikatspflicht.» Dieser Auffassung ist auch Mario Bislin. Der CEO der Bergbahnen Flumserberg würde eine Maskenpflicht bevorzugen. Der Kontrollaufwand sei kleiner. Für beide ist klar, jetzt eine Entscheidung zu treffen, sei viel zu früh. Man müsse die Entwicklung der Corona Fallzahlen im Auge behalten und zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Mehraufwand durch Kontrollen

Eine Kontrolle der Zertifikate würde für die Skigebiete Flumserberg und Wildhaus einen grossen personellen Mehraufwand bedeuten. Ob sich für die Bergbahnen Flumserberg die Inbetriebnahme noch lohnen würde, ist fragwürdig. «Der Aufwand gegenüber einer Maskenpflicht ist grösser und wir haben letzte Saison schon einen Verlust von 3,2 Millionen Franken verzeichnet.», erklärt Mario Bislin. Ausserdem befürchtet er, dass eine grosse Anzahl der Gäste ausbleibt. Damit der Aufwand ein wenig verkleinert werden kann, arbeiten die Wildhausbahnen mit Ticketanbietern zusammen. Gesucht wird eine technische Lösung für die allfälligen Kontrollen.

Sandro Oertli, 15.09.2021