Gesellschaft

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Bildquelle: Gerald/pixabay.com

Die Terroranschläge des 11. September 2001 prägten die ganze Welt. Die Menschen, welche damals von diesem Ereignis aus ihrem Alltag gerissen wurden, können sich oft noch genau daran erinnern, egal ob in New York oder St. Gallen. In den 25 Jahren seit der Katastrophe hat sich viel verändert. Immer mehr Menschen waren 2001 noch gar nicht auf der Welt, und haben deswegen auch keinen persönlichen Bezug zum Anschlag. Was diese Menschen jedoch täglich miterleben, sind die zahlreichen Veränderungen im Alltag, welche ihren Ursprung im Attentat vom 11. September 2001 haben.

«Ich ging von einem neuen Kinofilm aus, das konnte ja nicht wahr sein»

Egal ob damals auf der Arbeit, Zuhause oder auf Auslandsreise. Die befragten Leute auf den St. Galler Strassen erinnern sich noch genau an die Tragödie von damals. «Ich war alleine Zuhause und habe es fast live im Radio gehört, ich konnte es nicht glauben, es ist mir ziemlich eingefahren», sagt eine Frau. Ein anderer Mann erinnert sich: «Man dachte, es sei ein Kinofilm, das konnte gar nicht echt sein». Auch noch 25 Jahre später sorgen die Anschläge immer noch für Betroffenheit.

«Es ist zu lange her, ich finde es nicht mehr so wichtig»

Anders sieht es bei den Leuten aus, welche 2001 noch nicht auf der Welt waren. Diese Generation ist mit anderen Krisen aufgewachsen, stets begleitet von der Internet-Meme-Kultur. «Man bekommt es schon mit. Auf TikTok sieht man auch Leute, die sich darüber lustig machen», sagt einer der befragten Jugendlichen, «ich finde aber, dass man keine Witze darüber machen sollte, da ja viele Menschen gestorben sind», fügt er hinzu. Einer seiner Freunde kann die Relevanz, welche dieser Anschlag noch in unserer Gesellschaft hat, nicht nachvollziehen. Es sei zu lange her.

«Ich rannte auf die Strasse und sah gerade noch das zweite Flugzeug»

Jemand, der damals live dabei war, ist Peter Hossli. Er arbeitete damals als Journalist in New York. Als eine Mitarbeiterin ihm vom ersten Flugzeug erzählte, welches in den Nordturm des World Trade Centers flog, eilte er auf die Strasse und sah gerade noch, wie das zweite Flugzeug in den Südturm einschlug. «Es lag eine Schockstarre über New York», erinnert sich Hossli. Er berichtet vom Chaos auf den Strassen kurz nach dem Anschlag. Die Leute redeten miteinander, man versuchte, sich gegenseitig zu informieren. Er selbst sprach mit einem Bauarbeiter, welcher am World Trade Center mitgearbeitet hat. Dieser sagte noch, dass die Türme wegen der Konstruktion in sich zusammenfallen würden, was kurz darauf auch geschah.

Eine Atommacht, welche mit Teppichmessern in die Knie gezwungen wurde

Peter Hossli erinnert sich auch an die Zeit nach dem Anschlag und welche Veränderungen dieser auslöste. «Man vergisst oft: Das waren 19 Terroristen, welche mit Teppichmessern eine hochgerüstete Atommacht in die Knie zwangen», erinnert er sich. Damals seien so viele Nachrichten verbreitet worden, dass daraus der Echtzeit-Journalismus entstand, welchen wir heute beispielsweise in der Form des Live-Tickers kennen. Auch im Flugverkehr habe sich nach den Anschlägen so einiges verändert. Etwa die berühmte Flughafen-Regel, keine Flüssigkeiten an Bord nehmen zu dürfen, hat ihren Ursprung in den Ereignissen vom 11. September. Aber auch verschliessbare Cockpits existierten vor dem Anschlag noch nicht.

Cedric Holstein / 11.09.2026