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FC St.Gallen in der Krise?

Bildquelle: Instagram / fc_st.gallen1879

Nicht einmal 24 Stunden nach der Cup-Blamage gegen die AC Bellinzona müssen sich die Espen bereits aufs nächste Spiel konzentrieren. Heute Freitag fand die Medienkonferenz vor dem Spiel FCSG – FC Basel vom Sonntag statt. Dies war allerdings nicht wirklich Thema.

«Kurze Nacht, keine gute Nacht.»: So beschreibt Cheftrainer Enrico Maassen die Zeit seit Donnerstagabend. Der FC St.Gallen fliegt mit 1:0, und einer sackschwachen Leistung, gegen den Challenge-Leagisten AC Bellinzona aus dem Schweizer Cup. Das ist bezeichnend für die letzten paar Wochen. Nur gerade zwei der letzten 14 Spiele konnten die Grün-Weissen für sich entscheiden. Aufgrund der kurzen Nacht ist auch keiner der Spieler an der Medienkonferenz.

Dreifachbelastung zu viel?
Am Sonntag wird der FCSG bereits sein 30. Spiel der Saison bestreiten. Vor einem Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt nur 20. Die Dreifachbelastung mit Super League, Conference League und Cup scheint für den FC St.Gallen einfach zu viel zu sein. Für Enrico Maassen kein Grund für solche Leistungen. «Andere Leute gehen 8-10 Stunden arbeiten jeden Tag, wir spielen drei Mal die Wochen zwei Stunden Fussball». Von seiner Mannschaft fordert er vor allem: «Wir müssen viel, viel härter gegen den Gegner spielen». Zudem müssten sie schneller lernen. Viel Zeit zum Trainieren haben sie im Moment nicht. Auf Tabellenerster Basel folgen nämlich Vitoria Guimarães, Zürich und Heidenheim.

Spieler und Trainer bemüht
Dass der FC St.Gallen zu wenig bemüht ist, kann man ihm nicht vorwerfen. Nur hat man sich zuletzt auch für gute Leistungen nicht belohnt. «Wir betreiben einen riesen Aufwand Tore zu schiessen, und kriegen, wie gestern, viel zu einfach Gegentore.» Die ganze Kritik an Spieler, Staff und Cheftrainer sei berechtigt, sagt Maassen. «Wir sind jetzt schon in der Bringschuld, was zurückzugeben». Sie seien momentan sehr, sehr intensiv dabei, Lösungen zu suchen. «Es geht auch darum Zuversicht und Willenskraft auszustrahlen. Das habe ich, und ich werde die Mannschaft auf Kurs bringen». Auch das loyale Publikum scheint die Hoffnung noch nicht ganz verloren zu haben. Für das Spiel am Sonntag gegen Tabellenführer Basel sind bereits wieder 19’000 Tickets verkauft worden.

Joah Studer, 06.12.2024