Ein Drittel der Schweizer Arbeitnehmenden ist emotional erschöpft. Ein Grund dafür ist, dass viele Menschen während des Arbeitens zu wenige oder gar keine Pausen machen. Norbert Semmer ist Arbeitspsychologe und weiss, wie wichtig Pausen tatsächlich sind.
Laut dem Job-Stress Index, den Semmer mit verfasst hat, sind über 30% der Arbeitnehmenden in der Schweiz emotional erschöpft. Das Pausen wichtig sind, ist den meisten bekannt. Was viele aber nicht wissen, ist welche enorme Auswirkungen es auf unsere Gesundheit haben kann, wenn man sich nicht gut genug erholt.
Zu wenig Pausen gehen aufs Herz
Der Arbeitspsychologe Norbert Semmer betont, welche Auswirkungen zu wenig Pausen auf unsere Gesundheit haben können. «Nebst Schlafproblemen und Müdigkeit wirkt sich zu wenig Erholung auch negativ auf das Immunsystem aus.» Laut Semmer seien auch lebensbedrohliche Auswirkungen keine Seltenheit. «In Fällen, bei denen langfristig auf richtige Pausen verzichtet wird, kommt es häufig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.»
So Pausiert man richtig
In der Pause die neusten Reels und Storys auf Social Media checken – das ist eine weitverbreitete Art sich von der Arbeit «eine Auszeit» zu gönnen. Der Arbeitspsychologe Semmer rät jedoch davon ab. «Damit man sich richtig erholt, ist es wichtig, dass man sich nicht zu sehr auf etwas zu konzentriert.» Ein Blick aus dem Fenster oder ein angenehmes Gespräch mit einer Kollegin oder einem Kollegen wäre eine gesunde Alternative.
So oft solltet ihr Pause machen
«Eine Faustregel sagt: Jede Stunde fünf Minuten Pause ist sinnvoll», meint der Arbeitspsychologe. Diese Regel sollte man aber mit Vorsicht geniessen. Wenn man gerade an einer Arbeit dran ist, müsse man diese nicht direkt abbrechen. Viel wichtiger sei es, einfach mal daran zu denken, Pause zu machen.
Désirée Blattmann, 10.01.2023