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Das legendäre Rennen am «Chuenisbärgli»

Das legendäre Rennen am «Chuenisbärgli»

Dieses Wochenende findet vom 7. bis 8. Januar der Riesenslalom und Slalom am «Chuenisbärgli» in Adelboden statt. Der Ski Weltcup lockt jährlich tausende Ski Fans ins Berner Oberland. Am «Chuenisbärgli» hat es in der Vergangenheit auch neben der Piste schon einige Sensationen und Hingucker gegeben.

1955 wurde das erste Slalom Rennen am «Chuenisbärgli» ausgetragen, welches der Schweizer Martin Julen gewann. Ein Jahr später gab es die grosse Überraschung. Der Japaner Chiharu Igaya gewann als Aussenseiter das zweite internationale Skirennen in Adelboden. Es folgte 1958 der erste Riesenslalom mit dem Schweizer Roger Staub auf dem ersten Platz.

Der Japanische Skifahrer Chiharu Igaya, Bildquelle: weltcup-adelboden.ch

Hart, härter, Chuenisbärgli 

Die Piste des Ski Weltcups am «Chuenisbärgli» in Adelboden gehört zu den schwierigsten weltweit. Der Riesenslalom beginnt mit dem sogenannten «Kanonenrohr» und endet mit dem Zielhang am «Giisbrunni», welcher eine Neigung von 60% hat. Dazwischen müssen sich die Athleten durch die anspruchsvollen Passagen «Schnittenmedli», «Wintertal» und «Chäla» kämpfen. 

Bildquelle: weltcup-adelboden.ch

Die Zuschauer 

An guten Tagen lockt der Ski Weltcup bis zu 35’000 Fans nach Adelboden. Damit gehört das Rennen zu den meist besuchten der Welt. Die Zuschauer verteilen sich auf den aufgebauten Tribünen im Zielhang, am Pistenrand oder im VIP-Bereich. Der grösste Teil der Zuschauer:innen kommt aus der Schweiz. Nur gerade vier Prozent reisen aus dem Ausland an.   

Bildquelle: weltcup-adelboden.ch

Von Schneeballschlachten und Milchkannen 

1968 musste das Rennen in Adelboden wegen schlechter Witterung abgesagt werden. Statt nach Hause zu gehen, lieferten sich die Fahrer eine grosse Schneeballschlacht – nur um den Funktionären bei der Pistenpräparation für den folgenden Renntag zu helfen. Sechs Jahre später hat es so wenig geschneit, dass die Helfer über 120’000 Liter Wasser in Milchkannen mit dem Sessellift nach oben transportieren mussten. 

Die Erfolgreichsten 

Der Rekordsieger in Adelboden kommt aus Österreich und heisst Marcel Hirscher. Er hat das Rennen insgesamt neun Mal gewonnen – gefolgt vom Schweden Ingemar Stenmark (5 Siege). Der erfolgreichste Schweizer ist bis heute Pirmin Zurbriggen (3 Siege). Insgesamt konnte sich die Schweiz über 17 Siege in beiden Disziplinen freuen. 1983 sind mit Pirmin Zurbriggen, Max Julen, Jacques Lüthi gleich drei Schweizer auf dem Podest gestanden. Der letzte Slalom Sieg ist 2020 Daniel Yule und 2022 Marco Odermatt gelungen.

Bildquelle: commons.wikimedia.org/Kaspek

Das Rennen in Zahlen 

Riesenslalom: 

  • Starthöhe: 1730 m.ü.M 
  • Zielhöhe: 1310 m.ü.M 
  • Streckenlänge: 1290 Meter 
  • Höhendifferenz: 420 Meter 
  • Maximale Neigung: 60% 

Slalom: 

  • Starthöhe: 1513 m.ü.M 
  • Zielhöhe: 1302 m.ü.M 
  • Streckenlänge: 622 Meter 
  • Höhendifferenz: 211 Meter 
  • Maximale Neigung: 60% 

Weitere Zahlen: 

  • 1600 Helferinnen und Helfer 
  • 12 Kilometer Schutznetze 
  • 6 Millionen Franken Gesamtbudget 
  • 290 Tonnen Stahl für Zuschauertribüne 
  • 200 Sicherheitsmatten

Nico Eichwald, 05.01.2023